Freitag, 7. Oktober 2011

Ich fahre aus meiner Heimatstadt in mein Zweitheimatdorf. Schon der erste von drei Zügen hat zwanzig Minuten Verspätung. Der junge, gutaussehende Schaffner weiß auch nicht so recht, wie das mit den Anschlusszügen laufen soll und sagt später durch : "Informationen zum Hauptbahnhof Rostock: Im Moment liegen mir noch keine Informationen vor, sobald mir aber Informationen vorliegen, werde ich sie informieren" Habe dann gleich mal in der Tasche gekramt, aber hatte leider kein Synonym-Wörterbuch dabei. Hätte ich ihm glatt geschenkt, sind ja auch nur noch hundert Tage bis Weihnachten. Mir gegenüber sitzt ein pickliger Ende Zehn-Anfang Zwanziger, der an seinen fetten, außerordentlich beharrten Beinen Mückenstiche blutig kratzt. Eben hat er eine ganze Tafel Schokolade und zwei Tüten Chips verputzt. Mein Schräg-Gegenüber hat sich darüber beömmelt. Wollte leise mitömmeln und gucke rüber zwecks nonverbaler Verständigung, da ist ja bekanntermaßen Vorsicht geboten. Schräg-Gegenüber will anscheinend keine Gemeinschaft beim Ömmeln und guckt weg. Ein Mann, der mit Bett samt Matratze vorm Bahnhofsgebäude stand, wollte auch nicht mit mir Ömmeln, als ich meinte, dass das doch nicht nötig gewesen wäre. Frage mich was heute los ist und ob ich noch Ketchup im Gesicht habe.

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